Ré Soupault

Ré Soupault, Selbstportrait Hammamet, 1939

© 2021 VG Bild-Kunst Bonn/Manfred Metzner
1901 – 1996 /deutsch-französische Künstlerin der Avantgarde
„Ich habe bei Johannes Itten Sehen gelernt. Es war eine totale Veränderung meiner Einstellung zu dem Objekt, das ich fotografiert habe. Ich blieb nicht indifferent, ich war beteiligt. … Ich habe nie eine Aufnahme gestellt. Alles, was ich fotografiert habe, kam direkt aus dem Leben.“
Ré Soupault
Aufwachsen und Ausbildung

Ré Soupault, geboren 1901 als Meta Erna Niemeyer in Bublitz/Pommern, studierte von 1921 – 1925 am Bauhaus in Weimar. Ihre Lehrer waren u.a. Johannes Itten, Wassili Kandinsky, Oskar Schlemmer, Paul Klee, Walter Gropius, Georg Muche. Sie produzierte bereits während ihres Studiums zusammen mit dem schwedischen Film-Avantgardisten Viking Eggeling den Film Diagonal-Symphonie.1925 lernte sie in Berlin, wo sie als Modejournalistin für Sport im Bild arbeitete, u.a. Helen Hessel, Lotte Lenya, Erich Maria Remarque, Walter Mehring, Man Ray, Fernand Léger und Sergeij Eisenstein kennen, mit denen sie lebenslang verbunden bleibt.

Ré Souopault, Fest zum Wahlsieg der Volksfront unter Léon Blum, Delegation der Streikenden, Paris, 1936
© 2021 VG Bild-Kunst Bonn/Manfred Metzner
Pariser Jahre

1929 ging sie nach Paris, wo sie 1931 ihr erstes eigenes Modestudio »Ré Sport« einrichtete und die erfolgreichste Modemacherin der Zeit war, Prêt-à-porter erfand. Sie kreierte u.a. den Hosenrock und das Transformationskleid (»Ich erklärte der Mode den Krieg«). Mit ihrem zweiten Ehemann, dem Schriftsteller und Journalisten Philippe Soupault unternahm sie ab 1934 Jahre zahlreiche Reisen durch Europa und die USA, wo sie seine Reportagen fotografisch begleitete. Ihr Freundeskreis erweitert sich um u.a. Florence Henri, Gisèle Freund, Elsa Triolet, Max Ernst, Henryk Berlewi, Kiki de Montparnasse Foujita, Sonia und Robert Delaunay, André Kertesz und Alberto Giacometti.

Reiselust und Experimentierfreude

Zudem ist Berthe Morisot künstlerisch radikaler und moderner als die berühmten Männer: in ihrer energischen, gestisch immer freier werdenden Malerei lösen sich Formen auf und ähnlich wie Monet spielt auch Morisot mit den Grenzen zur Abstraktion. Ihre visionäre Malweise jedoch interpretiert die zeitgenössische Kunstkritik als »vage und unentschlossen« und attestiert »weibliche Zögerlichkeit«. Immer wieder steht ihr Werk, das sich kühn über die Regeln der Kunstwelt hinwegsetzt,

Von 1938 -1942 lebte das Ehepaar in Tunesien, aus dem sie vor den Nazi-Truppen nach Algerien fliehen mußten und dann 1943 weiter in die USA. Von 1948-1958 lebte Ré allein in Basel. In ihrer Basler Zeit wurde sie zur Übersetzerin und Schriftstellerin, Herausgeberin von Märchensammlungen. Sie übersetzte aus dem Französischen u. a. Lautréamonts Die Gesänge des Maldoror, Werke von Tristan Tzara, Philippe Soupault und studierte von 1951–1957 Philosophie bei Karl Jaspers. Parallel dazu begann sie mit dem Schreiben von Radio-Essays, die in schweizerischen und deutschen Rundfunkanstalten (u. a. Radio Basel, Radio Zürich, SWR, HR, BR, Süddeutscher Rundfunk, Radio Bremen, Freier Sender Berlin) bis in die 1980er Jahre gesendet wurden. 

Sie kehrt 1958 nach Paris zurück und lebt ab 1973 wieder mit Philippe Soupault zusammen. Ré Soupault starb 1996 in Versailles. 

 

VIELEN DANK AN MANFRED METZNER (NACHLASS RÉ SOUPAULT) FÜR DIE BEREITSTELLUNG DIESES TEXTES