Exterra XX

Exterra XX © Privatarchiv
* 1984 / ostdeutsche Künstlerinnengruppe

Die Künstlerinnengruppe Exterra XX gründete sich 1984 in Erfurt und begann eine einzigartige Karriere. Sie war die erste Künstlerinnengruppe in der DDR, die mit Enthusiasmus, Kreativität und Ideenfindung in die Öffentlichkeit über den Untergrund hinaus drang. Das Profil von der Gruppe war nicht eindeutig politisch, obwohl jede individualistisch organisierte Zusammenkunft verboten war, sondern diente der Entwicklung eigener weiblicher Kunstformen und der Aufdeckung weiblicher Archetypen, die sich gleichzeitig in einem sozialen Gefüge unter Frauen und öffentlichen Präsentationsformen darstellte. Sie entwickelte eigene Kunstformen in Super 8-Filmen, Mode-Objektshows und später Performances. 

Trotz Ordnungsstrafen und Widerstand setzte sie ihre unkonventionelle Lebenslust in Shows mit Kostümen, Lyrik, Mode, Malerei und Musik durch. Aus der Isolation und Vereinsamung künstlerisch zu arbeiten – ohne Kompromisse, ohne akademische Vorkenntnisse, ohne Angst vor sich selbst und vor äußeren Umständen in einer repressiven Diktatur war ein einzigartiges Phänomen, das speziell unter den Bedingungen des DDR- Alltags die Selbstermächtigung der Frauen mit einer entfesselten und bedingungslosen Kreativität anfeuerte.

Exterra XX © Privatarchiv

Als Performancegruppe formierte sich Exterra XX erstmalig mit 7 Frauen für einen Auftritt in der Leipziger DDR-Kulturbundgalerie im März 1989. Es folgte eine intensive Auftrittszeit bis 1994, wobei sich die Gruppe auf etwa 15 Frauen erweiterte. Höhepunkte waren Auftritte in Paris, Amsterdam, Rotterdam, Stuttgart, Frankfurt/Main und Berlin.

 

Die politische Brisanz der Wende, die offenen Grenzen, die neue Orientierung und die Suche nach Identität waren nun Inhalt der Performances geworden und spiegelten sich in solch bedeutungsvollen Titeln wider, wie z. B. „Tod der Endmoräne“, „Atlantis“, „Rostdeutschland grüßt Restdeutschland“, „Test the West“ oder „Geburt der Träume“.

Exterra XX © Privatarchiv

Auch heute gibt es ein internationales Interesse von Museen und Kunstorganisationen um die Aktionen der Künstlerinnengruppe und Ausstellungen ihrer Arbeiten im Albertinum Dresden, im Wendemuseum Los Angeles (USA), in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, im Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst, Frankfurt/Oder und im NGBK Berlin.

Exterra XX waren hauptsächlich: Monika Andres, Gabriele Göbel, Ina Heiner, Angelika Hummel, Birgit Quehl, Claudia Bogenhardt, Tely Büchner, Monique Förster, Harriet Wollert, Gabriele Stötzer und Verena Kyselka

 

Vielen Dank an Verena Kyselka für die Bereitstellung dieses Textes